Alles andere als Schweizer Käse...


„Sie sind bald in der Schweiz“ verspricht der Routenplaner. Doch bis zur Teilnahme am 16. Eidgenössischen Akkordeon-Musikfest in Winterthur war es für den Handharmonikaclub „Barbarossa“ ein langer und arbeitsintensiver Weg. Mit der Anmeldung in der Kategorie „Orchester Oberstufe“ standen zahlreiche Proben und zusätzliche Übungstermine auf dem Programm. Im Verlauf der folgenden Monate galt es, das Zusammenspiel zu optimieren, Fehler zu reduzieren, Einsätze zu perfektionieren, ausfallende Spieler kurzfristig zu ersetzen und nicht zuletzt die Nerven zu bewahren.
Am Morgen des 9. Juni machten wir uns auf den Weg nach Winterthur. Nach einzelnen Irrfahrten und der Frage am Zoll: „Führen Sie Waren mit sich? - Nein, Musikinstrumente. - Ade!“ erreichten wir schließlich das Casino-Theater, wo wir unsere Instrumente für den Auftritt am Folgetag deponierten. Danach blieb Zeit, die Konkurrenz bei ihren Wettspielvorträgen zu belauschen und auch Beiträge aus den Kategorien Höchststufe oder Unterhaltungsmusik zu hören. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in kleinen Gruppen in der Innenstadt, wo im Rahmen des Akkordeon-Musikfestes an vielen Plätzen ein vielfältiges Programm geboten war. Zum Bedauern der Fußballfans musste auf das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft verzichtet werden, da sich am Abend alle Musikerinnen und Musiker im Festzelt zum offiziellen Unterhaltungsabend versammelten. Dort sorgten verschiedene Bands unterschiedlicher Musikrichtungen für Stimmung. Auf dem Nachbargelände war glücklicherweise beim Public Viewing zu verfolgen, wie die Schweizer derweil den deutschen Fußballern erfolgreich die Daumen drückten.
Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht und angespannten Nerven beim Frühstück ging es zu Fuß zum Casino-Theater, wo nach kurzem Einspielen unser großer Auftritt bevorstand. Bereit unser Selbstwahlstück „Werziade I“ von Fritz Dobler und das Pflichtstück „Flash“ von Wolfgang Russ-Plötz dem Publikum und der Jury zu präsentieren, stellten wir fest, dass sich eines der drei Jurymitglieder noch nicht eingefunden hatte. Trotz Wartezeit behielten wir die Nerven und konnten mit einem souveränen Auftritt überzeugen. Mit dem Applaus fiel dann auch die Anspannung bei den Spielerinnen und Spielern ab, nur unser Dirigent musste sich anschließend dem Urteil der Fachjury stellen. Bis zur Abschlussveranstaltung blieb uns dann noch Zeit, ein Akkordeonkonzert der Züricher Hochschulstudenten zu besuchen. Mit welcher Leidenschaft und Perfektion sie ihre Stücke vortrugen, hat uns nachhaltig begeistert. Der Schlussakt mit Rangverkündigung fand wieder im Festzelt statt. Unter dem Einzug der Fahnen der einzelnen Teilnehmer und der von einem Akkordeonorchester gespielten Schweizer Nationalhymne, begann die offizielle Bekanntgabe der Ergebnisse. Der Handharmonikaclub „Barbarossa“ erreichte einen hervorragenden 6. Platz in der Kategorie „Orchester Oberstufe“ mit 17 Teilnehmern. „Ausgeglichener, harmonischer Orchesterklang“ und „die musikalische Ausdruckskraft mit Leidenschaft umgesetzt!“ befand die Jury in ihrer Bewertung und zeichnete uns mit dem höchsten Prädikat „Vorzüglich“ aus.

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Für die Organisation, Vorbereitung und Durchführung dieses erfolgreichen Wochenendes bedanken wir uns bei unserem Dirigenten, unserem Vorstand und unserem erst 12-jährigen Nachwuchsschlagzeuger Luca. Unser Fazit: dieses rundum gelungene Wochenende in der Schweiz motiviert uns für zukünftige musikalische Herausforderungen und hat unseren Zusammenhalt im Orchester weiter gestärkt.
17. Eidgenössisches Akkordeon-Musikfest in der Schweiz...wir kommen wieder...!